Rund um Querfurt

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Spielberger Höhen

Beitrag von Axel » Sonntag 25. Mai 2008, 15:31

Direkt an den Schmoner HĂ€ngen gelegen, befindet sich die Gemeinde Spielberg. Die Schmoner HĂ€nge sind ein uriges Landschaftsschutzgebiet, wo man u.a. seltene Orchideen findet.
Biegt man in Spielberg an dieser "steilen" BrĂŒcke rechts ab, kommt man am Sportplatz vorbei zu einer Karstquelle. Aus einer Felsspalte strömt Wasser, was fĂŒr unsere Gegend eher selten ist. Als alter Forscher erinnerte mich die Landschaft drumherum an Eder Tsogal bzw. einige BĂ€ume an Myst. :)

Die Schmoner HÀnge, im Volksmund auch Schmoner Hölzchen genannt, sind zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Bei schönem Wetter hat man dort eine traumhafte Aussicht auf die Umgebung. Picknickkorb nicht vergessen!

Ich habe einige Bilder mitgebracht ...

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EDIT

Anmerkung: Die Schmoner HĂ€nge heißen um Spielberg "Spielberger Höhen"
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Burg Querfurt

Beitrag von Axel » Montag 28. Juli 2008, 17:01

Gestern irgendwann am Nachmittag beschloss ich, wie fast jeden Sonntag auf Tour zu begeben. Es ging erstmal Richtung Kiesgrube, da ich dort noch nie Bilder machte. (ausgenommen ein paar Jugendbilder)
Ich stellte allerdings fest, dass man dort gar nicht mehr drumherum fahren darf. So bin ich weiter ĂŒber Nemsdorf-Göhrendorf, JĂŒdendorf, Kalzendorf, Steigra und BarnstĂ€dt wieder nach Querfurt. Bisher noch keine Bilder gemacht fiel mir ein, dass ja auf der Burg Querfurt fĂŒr den Film # 3 ja schon die Kulissen im Bau sind. Also hoch zur Burg und dort meine Bildchen geschossen.

Am Parkplatz fiel mir der Kran an der SĂŒdbastion bereits auf. Hmm sehr moderne Technik um den Burgraben zu ĂŒberwinden? Es war sehr heiß und so ging ich Richtung Burgbrunnen. Schnell aufs Knöpfchen gedrĂŒckt um etwas von dem kĂŒhlen Naß zu erhaschen. Hmm, etwas umstĂ€ndlich gebaut wie ich finde. Wie soll man denn da rankommen? FrĂŒhe holte man doch das Wasser raus und kippte es nicht wieder rein oder?
Wenig spĂ€ter hieß es erstmal arbeiten und so verkaufte ich meine Töpferwaren am Stand. Es war restlos ausverkauft. *g*
Wenig spÀter fiel mir ein neues GebÀude auf. Es stand direkt auf dem Fundament vom alten DomainpÀchterhaus. Nanu? Ich meine ich kenne die Burg wie meine linke Westentasche. Hab ja mal dort gewohnt und die Burg war mein Spielplatz und ich wurde oft deswegen beneidet. 8)
Ich befand mich neben dem Eingang des alten DRK GebÀudes und guckte Richtung Burgkirche. So konnte man das neue Haus besser sehen. Blick nach rechts und da versuchte sich doch nicht der Pariser Turm sich zu verstecken?
Weiter gings zu den BĂ€umen vo dem DomainpĂ€chterhaus, wo einstmals das Tintenfaß stand. (ist ein kleiner Steintrog, welcher nun an der Aussichtsplattform steht und fĂŒr uns Kinder ein beliebtes Versteck war) Dort versuchte die Sonne dem Marterturm das Dach abzusĂ€gen, was nicht gelang. Unsere Burg hat soviel ĂŒberlebt, da fĂ€llt die wegen solchen Lapalien auch nicht mehr um.
Nun guckte ich zu dem neuen Haus von nahem und stellte fest, es ist ja alles nur Fassade. Im Film tun die dann wieder so, als wĂ€re die Burg sowas von groß und bebaut und anschließend rammeln se alle off die Burch und nerven und wehrlose Einwohner mit Fragen. Ich erinenre da nur mal an die eine EnglĂ€nderin, die die Eisdiele suchte und ich es ihr auf Englisch erklĂ€ren musste. :D
Und so sieht das Haus dann im Film aus. Es wird ĂŒbrigens laut Presse dann abgefackelt im Film. Nochmal liebe angucken bevor es weg ist? Ok, hier noch ein Bild davon.
Erstmal noch kurz die Aussicht auf die Stadt genossen und dann vorsichtig am FĂŒrstenhaus um die Ecke geguckt. Dann ging es Richtung meiner ersten WohnstĂ€tte. Ja genau dort unter der alten Linde war mein Sandkasten und im Amtshaus wohnte ich mal. In diesem Hof war mein Spielplatz. Da befanden sich frĂŒher noch Stallungen, ne Grillecke udn ein Hundezwinger und meine Ostereier waren immer dort zu finden. :D
Am Dicken Heinrich hatten sie auch solche Kulissen hingestellt. Die waren noch einfacxher gebaut, als das Haus vorhin. Bin dann auf die Westtoranlage gestiegen und habe es dort nĂ€her betrachtet. Mehr als ein paar Bretter sind da nicht von hinten dran. Damit es halt nicht umfĂ€llt. Alles nur Schmuh, aber ein Film fĂŒr die Ewigkeit.

Wenn der Film nÀchstes Jahr in die Kinos kommt wisst ihr mehr als andere und wisst vor allem, da stammt der kleine Axel her und da war mal seine Welt. Das /winken im Kino bitte nicht vergessen und wenn jemand den Till Schweiger oder den Gottschalk sieht, der hat meine Sandburg kaputt gemacht und seine Rechnung im Burgcafe nicht bezahlt. :D

Nun denn, ich wĂ€re mal irgendwann fĂŒr eien BurgfĂŒhrung fĂŒr Communityangehörige mit Kaffe, Kuchen, Dicken Heinrich und so manchen alten Geschichten von und ĂŒber die Burg.

Mein Ausflug ist hiermit beendet .... :124: fĂŒr alle
Zuletzt geÀndert von Axel am Montag 28. Juli 2008, 19:30, insgesamt 1-mal geÀndert.
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Beitrag von Mara32 » Montag 28. Juli 2008, 17:47

Sehr anschaulich erzÀhlt, Axel. Muss ne schöne Kindheit dort gewesen sein, das kann nicht jeder sagen, dass er auf ner Burg gewohnt hat ;-)

Die basteln ja ganz schön an der Burg rum, ist ja irre. Und im Film sieht es dann so aus, als ob die HÀuserchen schon immer dort gestanden hÀtten... *gg*
Die Axt im Haus kommt von oben.
Schlafende Hunde haben kurze Beine.
Ein blindes Huhn studiert nicht gern.
Morgenstund stinkt.
mehr? Sprichwortrekombinator!

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Beitrag von Axel » Montag 28. Juli 2008, 19:27

Ich werde mir wohl mal noch einen Negativscanner zulegen und den Diaschrank meines Vaters plĂŒndern. Der hat Unmengen an Querfurtbildern, aber leider nicht auf Papier. Die Burg im Winter ist auch sehr schön. Hmm, vielleicht sollte ich auch mal einen Diavortrag veranstalten. 2 h kriege ich locker voll. :D

Ich finde jeder Ort hat seine schönen Seiten. Man muss nur rausgehen und sie finden. :wink:
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Beitrag von Reenah » Montag 28. Juli 2008, 20:57

Fein und lebhaft ist Deine Schilderung, Axel :!: Danke dafĂŒr.
Sicher, jeder Ort hat seine schönen Seiten. Mir sind nur Wenige bekannt, die sich gewissermaßen auf die Socken machen. Ich gehöre zu den Vielen und finde es wunderschön, wenn mir sowas begegnet, wie Dein fabelhafter, bebildeter Beitrag.
Bis bald!

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Beitrag von Axel » Dienstag 29. Juli 2008, 11:41

Eine sehr informative und die neue offizielle Webseite der Burg Querfurt.

Link: http://www.museum-burg-querfurt.de

Es gibt so manche Bilder, auch vom Innenleben der GebÀude zu bestaunen. Gucken lohnt sich! :wink:
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Silvesterspaziergang Ziegelrodaer Forst

Beitrag von Axel » Freitag 2. Januar 2009, 00:07

Bevor gefeiert wurde, ging zuerst der obligatorische Silvesterspaziergang vorweg.

Sieht man leider auf den Bildern nicht so gut. Das Farbenspiel von Sonne, Eis und "GrĂŒn" war sehr schön. Enige BĂ€ume leuchteten so in 3 Farben gleichzeitig. :)

Hier 2 Bildchen ...

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Zu diesen Bildchen fÀllt mir auch noch eine kleine Episode ein. :D
Auto am Gewerbegebiet Ziegelroda abgestellt und geradeaus in den Wald rein. An der Waldkreuzung, siehe Bilder im ersten Post, bin ich mal nach rechts gelaufen. Ansonsten entweder geradeaus Richtung BirkenschÀferei, oder eben links Richtung Naherholungszentrum Hermannseck.

Man fand noch Spuren vom Weihnachtsbaumverkauf. War bestimmt ne Plaggerei, den Baum dann von dort aus zum Auto zu buckeln. *g*

Als ich dann diesen besagten Weg nach rechts gelaufen bin, fiel mir ein, ich bin den seit Silvester 2003 nicht mehr gelaufen.
Siehe Bild 1 ... ungefĂ€hr an der Stelle erzĂ€hlte ich damals einem Verwandten vom brandneuen Uru Live, dass ich sowas von begeistert davon bin und mich fĂŒr den Prolog angemeldet hatte. Regte mich dann leicht auf, weil es solange dauerte und 1 Tag spĂ€ter hatte ich den Zugang. :D
Wer Uru nie spielte wird das wohl gerade nicht nachvollziehen können. Aber das war eben diese Euphorie, dass was völlig Neues erschienen ist. Scheinbar sowas wie die Neuerfindung des Zeppelins oder so.
Und ohne diese ganze Materie, wÀre es hier heite wohl nicht so, wie es ist, auch wenn es am Ende was ganz anderes ist. 8)
Den Helm fand ich an der Stelle, wo ich das Auto immer parke, wenn ich von Ziegelroda aus den Wald erkunde. Was man nicht alles an Fanartikeln finden kann, wenn man forscht. NatĂŒrlich wurde der grĂŒndlich gereinigt und desinfiziert. Bei manchen Dingen macht sich keinen Kopf, sondern brennt fĂŒr eine Sache und nimmt sowas mit.

btw. ich war froh wieder im Auto zu sein. War selbst fĂŒr mich zu kalt und das bedeutet schon was.
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Wiesenhaus, Brunskapelle, TeufelsmĂŒhle Querfurt

Beitrag von Axel » Donnerstag 22. Januar 2009, 16:41

Im Bezug auf diesen Beitrag die realen Orte dazu.

Meine Geschichte war natĂŒrlich etwas satirisch verfasst. Der heilige Brun zu Querfurt soll mit seinem Esel zu den Pruzzen (Preußen) geritten sein. Kurz hinter dem damaligen Querfurt blieb sein Esel stehen. Dies wurde als böses Omen gedeutet, er kehrte zur Burg zurĂŒck und reiset erst einen tag spĂ€ter weiter.
Im heutigen Polen, im Ort Lötzen wurde er von den heidnischen Pruzzen erschlagen, als er sie zum Christentum bekehren wollte. Dort und vor allem in Querfurt wo der Esel stehen geblieben ist bzw. er erschlagen wurde, wurde an der Stelle eine Kapelle errichtet. Aus Lötzen habe ich keine Bilder, aber aus Querfurt natĂŒrlich.

Die sogenannte Brunskappelle war spĂ€ter mehr als das und wurde als kleines Lustschloss erweitert. Dort belustigte sich der Adel wenn auf der benachbarten Eselswiese Markttag abgehalten wurde. Ich habe leider keine genauen Quellen zur Hand und kann nur aud "Hören und Sagen" zurĂŒckgreifen. Es war ein Viehmarkt, welcher wohl bis zur Jahrhundertwende (19. Jahrhundert) dort abgehalten wurde. SpĂ€ter war auf der Eselswiese, welche eine RasenflĂ€che neben dem Wiesenhaus ist, der alte Sportplatz und aus meiner Kindheit kennen ich es noch, war dort jedes Jahr im FrĂŒhjahr Rummel (Kirmes). Desweiteren gastierte dort immer ein Zirkus jedes Jahr. Sehr oft der vor allem in den neuen BudneslĂ€ndern sehr bekannte Zirkus Probst. Das war immer DAS Ereignis fĂŒr uns wenn der da war. Die Kinder der Artisten waren immer bei uns dann solange in der Schule und DIE Helden und wurden dauernd belagert, da sie ja auch ab und zu im Fernsehen zu bestaunen waren und heute wieder dort ab und zu zu finden sind. :D 8) :wink:

Wir versuchten dann oft auch, die SeiltÀnzerin etc. auf dem Spielplatz nachzuahmen und klatschten klÀglich auf die Gusche und hatten Hörner und blaue Flecken! :( :)
Das Wiesenhaus wurde spĂ€ter als Wohnhaus benutzt und ist heute eher in einem desolatem Zustand. Die Brunskapelle diente viele Jahre als Turnhalle der Schule fĂŒr Lernbehinderte und uns als Mitglieder des Fanfarenzuges als TrainingsstĂ€tte. Die Subtsnaz war schon zu meiner Zeit etwas heruntergekommen. Vor allem die dĂŒsteren GĂ€nge, in denen Toiletten eingebut waren, schaudern mir heute noch. Vom muffigen Geruch mal zu schweigen ... :roll:

Weiterhin ist anzumerken, dass der Esel an sich damals eine große Rolle spielte, da Querfurt sehr viele MĂŒhlen besaß. Der Esel war damals wohl als Nutztier sehr beliebt, um die MehlsĂ€cke zu transportieren und findet sich wohl aus diesem, aber auch wegend em heiligen Brun , an vielen Stellen unserer Stadt wieder.

So gibt es seit vielen Jahren unseren schönen Wiesenesel aus Porzellan. Dieser ist in grĂŒn gehalten und hat hinten 2 Pfeifen. Sitte ist es, dass man Mehl oder Ruß reinfĂŒllt und einen Besucher in eine der Pfeifen blasen lĂ€sst. Wenn man die falsche Pfeife erwischt, hat man entweder ein weißes oder schwarzes Gesicht. Da muss hier jeder Besucher durch! :)

Eine der bekanntesten MĂŒhlengebĂ€ude, welche heute noch existieren ist die TeufelsmĂŒhle unweit der Eselswiese. Man sagt der MĂŒller soll im Pakt mit dem Teufel gestanden haben und es soll auch heute noch dort spuken!
Man gelangt dorthin, wenn man an der alten Minol Tankstelle abbiegt und den Straßenverlauf bis zum Ende folgt. Links befindet sich das KlĂ€rwerk!

Im Nachhinein ist mir folgendes aufgefallen zur TeufelsmĂŒhle: Ich fand ein Warnschild "Vorsicht bissiger Hund" und im Hof der MĂŒhle stand ein pechschwarzes Auto mit unbekanntem (auslĂ€ndischem) Kennzeichen und getönten Scheiben. Es erweckte aber nicht wirklich den Eindruck, als wohne dort jemand. Die TeufelsmĂŒhle wurde frĂŒher als Lagerhaus fĂŒr das Krankenhaus genutzt und ist heute funktionslos. (medizinisches Zubehör) Sehr komisch alles! :shock: :shock: :shock:

Soo, viel geschrieben und nun gibt es was fĂŒr die Äugleins zum Guggen! :)

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Dieses Areal ist abgesperrt und wird teilweise als Pferdestall und Koppel genutzt! :lol:

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Um sich einen Überblick ĂŒber die Ort zu verschaffen, eine Karte von Google Maps. Dies ist nur das eigentliche Stadtgebiet von Querfurt, ohne Ortsteile!

1 = Burg Querfurt

2 = Eselsstieg

3 = Wiesenhaus, Eselswiese und Brunskapelle

4 = TeufelsmĂŒhle

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Beitrag von Axel » Mittwoch 11. Februar 2009, 14:51

WÀhrne es die Natur derzeit nicht so gut mit uns meint, war ich gestern bei Schneeregen und Sturm kurz auf der Burg. Als ehemaliger Bewohner der Burg, habe ich immer was dazu zu erzÀhlen ...

Wir beginnen am Schlossberg.

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Dies war, neben der Westtoranlage, der einzige Weg, frĂŒher die Burg zu erreichen. Geht man den Schlossberg nach unten, so trifft man wiederum auch starke Befestigungsmauern, die Nordostbastion, den Burggraben und eine ehemalige ZugbrĂŒcke, welche heute steinern gebaut ist.
Als wir noch Kinder waren, wurde der Schlossberg immer gern als Rodelberg und im Sommer als Teststrecke fĂŒr Fahrradtachometer genutzt. So ganz ungefĂ€hrlich war es aus heutiger Sicht nie. Fahrradhelme gab es nicht und man machte sich darĂŒber auch nie Gedanken. Ich kann mich noch daran erinnern, dass die das Pflaster nachbesserten und Sand streuten. Axel mit ca. 30 km/h mit dem Rad runtergefahren und unten standen ein paar Ă€ltere Touristen. "Bahnefrei!" gerufen, aber keiner hörte es. Vollbremsung mit dem Rad und volles Kanonenrohr auf dem Sand ausgerutscht. Kniee und Ellenbogen aufgeschlagen und dann kĂŒmmerten sich die Omas sorgsam um einen. Aber wie es dann immer so ist. Passt schon, nach Hause gehen, umziehen und Wundern kurz versorgen und dann ging es weiter. :D

Im Bild sieht man links ein StĂŒck der Streichwehr Merseburg. Dies waren vor grauer Vorzeit SoldatenunterkĂŒnfte bzw. sicherte man damit auch die oberen ZugĂ€nge (Torhaus, Innenhof der Westtoranlage) zur Burg ab.

Bis Ende der 80 Jahre wurde die Burg u.a. auch als Wohnraum genutzt und einige GebĂ€ude als stinknormale Mietswohnungen. In der Streichwehr Merseburg wohnte eine alte Dame, von jener ich auch heute noch das "Pfannkuchenrezept" habe. Wie es frĂŒher so ĂŒblich war, pflegte man immer enge nachbarschaftliche Kontakte. Joar und diese alte Frau war sozusagen meine 5. Oma. *gg* Silvester gab es dort um Mitternacht immer Pfannkuchen und auch sonst saß man immer mal gemĂŒtlich zusammen, trank Kaffee oder feierte Geburtstage zusammen. Mitunter auf engstem Wohnraum gehockt, war das Haus immer voll. Da wurde noch jeder Kuchen, jede Torte, jedes essbare beiwerk selbstgemacht. Die Auswahl war immer groß und sehr lecker.
Ich weiß noch, wie mein Vater der alten Dame ganz hochwissenschaftlich den neumodischen Sahnesiphon erklĂ€ren wollte und die Sahne anschließend quer durch das halbe Wohnzimmer, samt GĂ€ste, versprĂŒht wurde. Aber das machte nichts, denn alle lachten darĂŒber und halfen mit, die Sahne wieder zu entfernen.
FĂŒr Kinder war es nie langweilig, da halt auch wirklich jeder seine Kinder, Enkelkinder mitbrachte. Dann spielte man eben solange im Burggraben Verstecke, baute aus Luftballons Wasserbomben ... langweilig wurde es nie und das ganz ohne Spielkonsolen oder PCs.

Die Streichwehr Merseburg wurde in 2 Bauabschnitten gebaut, sodaß nur ein Teil unterkellert ist. Auch heute noch sieht man es auf der RĂŒckseite des Hauses.
Achso ja. Da die alte Dame nicht mehr so laufen konnte, man damals noch mit Kohlen heizte, war es selbstverstĂ€ndlich, dass man beim Vorbeigehen einen Eimer Kohlen aus dem gegenĂŒberliegendem Stall holte. Es gab dann immer was dafĂŒr. Entweder eine Hand voll Schogetten, oder eben einfach nur mal ein Bonbon aus der SchĂŒrzentasche. :lol:

Weiter geht es zum Torhaus ...

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Links im Bild sieht man den heute noch zugĂ€nglich und bis Anfang der 80 Jahre bewohnbaren Teil des Torhauses. Das heutige Tor, war frĂŒher ebenfalls mit einem Haus gesichert und bildete den einzigen wehrhaften Eingang der Burg.

Die Burg Querfurt war ihrer Zeit weit voraus und galt als uneinnehmbar. Sie wurde aus dem grund von den Schweden im 30-jÀhrigen Krieg erobert, da man das Brunnenhaus mit Kanonen getroffen hatte und damit die Burg von der lebenswichtigen Wasserversorgung abschnitt.
Auf dem Zinnenkranz des heutigen Tores ĂŒbten wir mal Zirkus. Aber nur fĂŒr 2 min, da wir erwischt wurden und es einen tĂŒchtigen Satz hinter die Ohren gab. Ist ja auch klar, da es ja auch ganz schön hoch ist, wenn man anschließend runterfallen wĂŒrde!
Wie man im Bild sieht, befinden sich in der Wand Schießscharten. Diese sind Teil eines "Schuppens", welcher vom Burghof her zugĂ€nglich ist. Das war der Mopedschuppen, die Werkstatt vom Nachbarn. Mit Nachbarstochter hab ich da immer durchgeguckt und man erschreckte dann immer gern vorbeiaufende Passanten, welche uns nicht wenig einen Vogel zeigten, aber auch lachten.

Gehen wir nun auf die Burg und schauen uns den oft genannten Dicken Heinrich an.

Bild
FĂŒr mich persönlich ist er in Geschichten, oder eben spĂ€ter in Form von Likör, viel grĂ¶ĂŸer und mĂ€chtiger, als er in Wahrheit ist. Das liegt wohl an den vielen schönen Erinnerungen, die damit verbunden sind. Er stand eben direkt vor unserer HaustĂŒr und selbst jetzt, wenn ich diesen Beitrag schreibe, nachdenke, nach links schaue und aus dem Fenster sehe, schaut er mich an.
Das Betreten des GelĂ€ndes geschieht auf eigene Gefahr, da der Turm mit seinen ĂŒber 1000 Jahren, ja nun wirklich nicht mehr der JĂŒngste ist. Gerade bei StĂŒrmen war es frĂŒher immer etwas gefĂ€hrlich, sich in seiner NĂ€he aufzuhalten, da dann mitunter einzelne Steine herunterfallen konnten. Anfang der 90 Jahre wurde er dann aber zum GlĂŒck gesichert und das Risiko eines Steinschlages vermindert.
Unheimlich sah es wohl aus, wenn man auf der Couch im Wohnzimmer lag und ihn direkt ins Gesicht schauen konnte. Besonders an nebligen Tagen, wenn man nur noch schwach die Umrisse erkennen konnte, dachte man der Turm sei unendlich groß. *muhahahaha*

Kurzer Blick nach links zum Lindenbaum ...

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Heute nicht mehr sichtbar, befanden sich direkt vor dem Haus Blumenbette und vor allem dekorierte alte Tratktorreifen. Die Reifen mussten schon vor ĂŒber 20 Jahren weichen, da dies nicht in das Bild einer mittelalterlichen Burg passte. Wobeich vor gar nicht allzulanger Zeit mal in einer TV Ratgebersendung, einen Tipp mit dekorierten Tratkorreifen sah. Scheint wohl wieder Mode zu sein. :D
Direkt vor dem Baum war mein Sandkasten und wohl der Hauptaufenthaltsplatz im Sommer. Es kam eigentlich immer jemand vorbei. Manche kannte man und manche waren einfach nur Touristen. Manchmal wurde man von Touristen auch selbst als Fotomodell genutzt. 8) Ich kann mich noch an eine Touristengruppe aus den USA ganz schwach erinnern. Nix verstanden, aber knipsen konnten die. Wer weiß, in welchen Fotoarchiven der kleine Lockenkopp mit Kipper heute noch schlummert? :D
Uaf der Linde wurden Buden und BeobachtungsstĂ€nde gebaut, oder man fasste einfach mal nur in ein Wespennest. Im Hof nebenban wurde eine Grillecke gebaut, oder man fĂŒtterte einfach nur mal den SchĂ€ferhund vom Nachbarn im Hundezwinger. So war das eben mal alles ...

Es ist kalt, windig und naß und so noch ein paar abschließende Worte fĂŒr heute, zur Burgkirche ...

Bild
Betrachtet man die Symbole vom Portal, so sehen ahnt man nicht, wo die eigentlich herstammen. Dieses Portal stammt aus dem alten, heute nicht mehr existenten Kloster "Marienzell", heute noch als KlostermĂŒhle, unterhalb der Fichten, bekannt. Das Kloster wurde im 30-jĂ€hrigen Krieg dem Erdboden gleichgemacht und die wenigen Reste dann baulich wiederverwendet. Neben der Burkirche, wurden auch Teile des Klosters fĂŒr den Wiederaufbau der Stadtkirche St. Lamperti, nach dem letzten großen Stadtbrand 1678 wiederverwendet. Auch heute noch kann man dort einige verwendete Baureste, wie 2 SĂ€ulen, bewundern.

Querfurt wĂ€re aber nicht Querfurt, wenn es nicht fĂŒr kleine VerhĂ€ltnisse mehr im Vergrleich zu grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten gibt. Und so hatten wir einstmals 2 Klöster im Ort. Das Klsoter St. Benedikt befand sich auf dem GelĂ€nde der heutigen Stadtschule.
Dort wo heute die Schule steht, befand sich der ehemalige Klostergarten inkl. eigenen Friedhofes. Als die Schule 1989/1990 grundlegend saniert wurde, 1989 schon mit Bauarbeiten am Schulhof begonnen wurde passierte folgendes:

Der Schulhof wurde StĂŒck fĂŒr StĂŒck aufgebaggert und die Erde temporĂ€r vor dem SchulgebĂ€ude gelagert. Wir damals in der 5. Klasse und spielten, fanden das spannend und tummelten uns an den Erdhaufen. Ein Schulkollege buddelete aus Spaß in einem Erdhaufen und hatte urplötzlich einen knöchernen Arm und einen TodenschĂ€del in der Hand. :lol: "Ihhh" "Cool" ... waren wohl die ersten Reaktionen. Jemand gab dem SchĂ€del eine Stimme und erschreckte andere damit. Das blieb natĂŒrlich nicht lange unbeobachtet von der Pausenaufsicht. Die zustĂ€ndigen behörden wurden informiert und weitere AktivitĂ€ten untersagt. Es handelte sich hierbei um Überreste von alten vergessenen GrĂ€bern aus grauer Vorzeit, der Zeit, als das Kloster noch intakt war.

Heute?

Hier ist so gut wie nie was los. Querfurt liegt jenseits vom Highlife von GroßstĂ€dten. Die Abwanderungswelle macht der Stadt auch zu schaffen. Wenn mal was los ist, dann auch nur BesĂ€ufnisse, teils unter der GĂŒrtellinie. Aber ... jeder noch soweit ausgewanderte Einwohner, kommt immer mal wieder hier her zurĂŒck und erinnert sich an seine alten Zeiten. Einen Wiesenesel oder ein Burgbild hat doch nehazu jeder ehemalige BĂŒrger unserer Stadt zu Hause. Egal wo man wohnt und wo man hingeht, seine Wurzeln vergisst man halt nie. Traurig? Nöö, da jede Epoche ihre Reize hat und ihre eigenen Geschichten erzĂ€hlt! :wink:

Und sei es nur der Til Schweiger Film, Hollywood ... irgendwie ist trotzdem was los, wenn man nur tiefgrĂŒndiger hinschaut!

Wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute ...

:downtown:
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Beitrag von Axel » Dienstag 24. Februar 2009, 22:50

Per Zufall gefunden: http://denkgelage.blog.de/tags/burg-querfurt

Bilder, Berichte mal aus der Sicht eines Nicht-Querfurters. Echt guter Blog!
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Erlenborn Lodersleben

Beitrag von Axel » Samstag 14. MĂ€rz 2009, 14:41

An Quellen mangelt es ja in unserer Umgebung ja nun nicht. Entweder findet man die seltenen Karstquellen, oder eben in der anderen Richtungen die "Sandsteinquellen".

Zwischen Querfurt und Lodersleben verlÀuft die Grenze zwischen Kalkstein (Querfurt) und Buntsandstein.

In und Richtung Lodersleben bzw. im Ziegelrodaer Forst finet man einige Quellen. Bekannt sind der Klapperborn in der Hermannsecke, der rote Born bei Lodersleben (Martin Luther) und weiter tiefer im Wald, der Sandborn. Hab gehört es gibt noch einen "kĂŒhlen Born" und nun ...

zig mal den gleichen Weg zum roten Born gelaufen und gar nicht gewusst, dass es auf halbem Wege noch den "Erlenborn" gibt. :oops:

Bild

Bild
Hatte es heute richtig gemacht und bin mit dem Auto bis zum Landhotel Quernetal gefahren und hab mich durch matschige Wege gekÀmpft.
Man sieht den Born eigentlich gar nicht vom Hauptweg aus. Nun steht aber auch ein Wegweiser.

In der Schule haben wir immer gelernt, dass die Quelle unserer Querne in der NÀhe des Fortshauses "Hohe Lind" bei Landgrafroda wÀre.
Hab mir aber gestern von jemanden sagen lassen, dass es keine richtige Quelle gibt und es am Ende dort nur Sumpf ist, der immer mal 3 Tröpfchen Wasser abgibt. Die Hauptquellen sind wohl der Sandborn, roter Born und als ergiebigste Quelle der Erlenborn. :idea:

Denkt man gar nicht bei dem Erlenborn, da der nicht groß oder tief ist. Schaut aber nett aus, wie das Wasser dort mit Hochdruck aus dem sandigem Untergrund sprudelt und kleine Strudel erzeugt.

Kleinere Quellen der Querne gibt es noch an der KlostermĂŒhle, am Teich gleich am Bahndamm. Dort sollte man allerdings nicht reinspringen, da es dort tief ist! Mal vor langer Zeit mit einem langen Ast probiert und nicht den Grund erreicht. :!:

Und ja, auch wenn die Querne nur ein Bach ist, so kann sie schon auch manchmal zum Fluß werden im FrĂŒhjahr. Besonders in der Innenstadt freuen sich jedes Jahr die Anwohner ĂŒber vollgelaufene GrundstĂŒcke bei Hochwasser. Entscheidend ist nicht nur die Höhe des Wasserspiegels, sondern der Unetrgrund bzw. die bauliche Substanz im Umfeld, wenn es durchdrĂŒckt.

Wer die Querfurter Chronik von Herrn Hartmann sein Eigentum nennt, findet dort ein paar skurille Bildchen vom Hochwasser 1947, als man Boote einsetzen musste in der Innenstadt. :shock:

Aaaaber ... solche Probleme sind auch oft das handgemachet Problem von Menschen => Begradigungen von BĂ€chen und FlĂŒssen, was auch hier vorgenommen wurde

In diesem Sinne einen schönen Samstag. Vielleicht trifft man sich ja mal durch Zufall am Erlenborn oder so? 8)

Kaffee Flatrate im Querntal? Klingt gut. Hab da eh schon ne hĂŒbsche junge Bedienung erspĂ€ht. MĂŒsste mal öfter dort hingucken! :lol:
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Beitrag von Axel » Dienstag 17. MĂ€rz 2009, 15:06

War dieses Jahr schon jemand im MĂ€rzenbechertal?

Lieber vorher nachfrag, da es ĂŒberall derzeit schlammig ist und ich nicht umsont hin will. :D
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Beitrag von louis_cyphre » Sonntag 22. MĂ€rz 2009, 15:34

ich war dieses jahr noch nicht.

wenn alles klappt bin ich aber jetzt am mittwoch dort.

Wetter passt hoffentlich. :wink:
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Beitrag von Axel » Freitag 3. April 2009, 21:10

Morgen gehts aber hin. Man(n) lÀsst sich auch mal fahren. :lol:
Ich denke wir nehmen die Cam mit. /me noch Akkus aufladen muss :idea:
... "I don't need GOOGLE my wife knows everything" ...

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Axel
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Beitrag von Axel » Samstag 4. April 2009, 18:02

Soo, hier ein paar wenige Bildchen von eben. :wink:

Die MĂ€rzenbecher waren teils schon am VerblĂŒhen, aber noch zu sehen. DafĂŒr war es nicht so ĂŒberlaufen, wie zur Hauptsaisson.

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Das Wetter war perfekt, die Sonne lachte und an einige BĂ€umen fielen einem Symbole auf. Augen und einiges mehr. :)
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