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Rund um Querfurt

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Axel
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Spielberger Höhen

Beitrag von Axel » Sonntag 25. Mai 2008, 15:31

Direkt an den Schmoner Hängen gelegen, befindet sich die Gemeinde Spielberg. Die Schmoner Hänge sind ein uriges Landschaftsschutzgebiet, wo man u.a. seltene Orchideen findet.
Biegt man in Spielberg an dieser "steilen" Brücke rechts ab, kommt man am Sportplatz vorbei zu einer Karstquelle. Aus einer Felsspalte strömt Wasser, was für unsere Gegend eher selten ist. Als alter Forscher erinnerte mich die Landschaft drumherum an Eder Tsogal bzw. einige Bäume an Myst. :)

Die Schmoner Hänge, im Volksmund auch Schmoner Hölzchen genannt, sind zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Bei schönem Wetter hat man dort eine traumhafte Aussicht auf die Umgebung. Picknickkorb nicht vergessen!

Ich habe einige Bilder mitgebracht ...

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EDIT

Anmerkung: Die Schmoner Hänge heißen um Spielberg "Spielberger Höhen"
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Burg Querfurt

Beitrag von Axel » Montag 28. Juli 2008, 17:01

Gestern irgendwann am Nachmittag beschloss ich, wie fast jeden Sonntag auf Tour zu begeben. Es ging erstmal Richtung Kiesgrube, da ich dort noch nie Bilder machte. (ausgenommen ein paar Jugendbilder)
Ich stellte allerdings fest, dass man dort gar nicht mehr drumherum fahren darf. So bin ich weiter über Nemsdorf-Göhrendorf, Jüdendorf, Kalzendorf, Steigra und Barnstädt wieder nach Querfurt. Bisher noch keine Bilder gemacht fiel mir ein, dass ja auf der Burg Querfurt für den Film # 3 ja schon die Kulissen im Bau sind. Also hoch zur Burg und dort meine Bildchen geschossen.

Am Parkplatz fiel mir der Kran an der Südbastion bereits auf. Hmm sehr moderne Technik um den Burgraben zu überwinden? Es war sehr heiß und so ging ich Richtung Burgbrunnen. Schnell aufs Knöpfchen gedrückt um etwas von dem kühlen Naß zu erhaschen. Hmm, etwas umständlich gebaut wie ich finde. Wie soll man denn da rankommen? Frühe holte man doch das Wasser raus und kippte es nicht wieder rein oder?
Wenig später hieß es erstmal arbeiten und so verkaufte ich meine Töpferwaren am Stand. Es war restlos ausverkauft. *g*
Wenig später fiel mir ein neues Gebäude auf. Es stand direkt auf dem Fundament vom alten Domainpächterhaus. Nanu? Ich meine ich kenne die Burg wie meine linke Westentasche. Hab ja mal dort gewohnt und die Burg war mein Spielplatz und ich wurde oft deswegen beneidet. 8)
Ich befand mich neben dem Eingang des alten DRK Gebäudes und guckte Richtung Burgkirche. So konnte man das neue Haus besser sehen. Blick nach rechts und da versuchte sich doch nicht der Pariser Turm sich zu verstecken?
Weiter gings zu den Bäumen vo dem Domainpächterhaus, wo einstmals das Tintenfaß stand. (ist ein kleiner Steintrog, welcher nun an der Aussichtsplattform steht und für uns Kinder ein beliebtes Versteck war) Dort versuchte die Sonne dem Marterturm das Dach abzusägen, was nicht gelang. Unsere Burg hat soviel überlebt, da fällt die wegen solchen Lapalien auch nicht mehr um.
Nun guckte ich zu dem neuen Haus von nahem und stellte fest, es ist ja alles nur Fassade. Im Film tun die dann wieder so, als wäre die Burg sowas von groß und bebaut und anschließend rammeln se alle off die Burch und nerven und wehrlose Einwohner mit Fragen. Ich erinenre da nur mal an die eine Engländerin, die die Eisdiele suchte und ich es ihr auf Englisch erklären musste. :D
Und so sieht das Haus dann im Film aus. Es wird übrigens laut Presse dann abgefackelt im Film. Nochmal liebe angucken bevor es weg ist? Ok, hier noch ein Bild davon.
Erstmal noch kurz die Aussicht auf die Stadt genossen und dann vorsichtig am Fürstenhaus um die Ecke geguckt. Dann ging es Richtung meiner ersten Wohnstätte. Ja genau dort unter der alten Linde war mein Sandkasten und im Amtshaus wohnte ich mal. In diesem Hof war mein Spielplatz. Da befanden sich früher noch Stallungen, ne Grillecke udn ein Hundezwinger und meine Ostereier waren immer dort zu finden. :D
Am Dicken Heinrich hatten sie auch solche Kulissen hingestellt. Die waren noch einfacxher gebaut, als das Haus vorhin. Bin dann auf die Westtoranlage gestiegen und habe es dort näher betrachtet. Mehr als ein paar Bretter sind da nicht von hinten dran. Damit es halt nicht umfällt. Alles nur Schmuh, aber ein Film für die Ewigkeit.

Wenn der Film nächstes Jahr in die Kinos kommt wisst ihr mehr als andere und wisst vor allem, da stammt der kleine Axel her und da war mal seine Welt. Das /winken im Kino bitte nicht vergessen und wenn jemand den Till Schweiger oder den Gottschalk sieht, der hat meine Sandburg kaputt gemacht und seine Rechnung im Burgcafe nicht bezahlt. :D

Nun denn, ich wäre mal irgendwann für eien Burgführung für Communityangehörige mit Kaffe, Kuchen, Dicken Heinrich und so manchen alten Geschichten von und über die Burg.

Mein Ausflug ist hiermit beendet .... :124: für alle
Zuletzt geändert von Axel am Montag 28. Juli 2008, 19:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Mara32 » Montag 28. Juli 2008, 17:47

Sehr anschaulich erzählt, Axel. Muss ne schöne Kindheit dort gewesen sein, das kann nicht jeder sagen, dass er auf ner Burg gewohnt hat ;-)

Die basteln ja ganz schön an der Burg rum, ist ja irre. Und im Film sieht es dann so aus, als ob die Häuserchen schon immer dort gestanden hätten... *gg*
Die Axt im Haus kommt von oben.
Schlafende Hunde haben kurze Beine.
Ein blindes Huhn studiert nicht gern.
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Beitrag von Axel » Montag 28. Juli 2008, 19:27

Ich werde mir wohl mal noch einen Negativscanner zulegen und den Diaschrank meines Vaters plündern. Der hat Unmengen an Querfurtbildern, aber leider nicht auf Papier. Die Burg im Winter ist auch sehr schön. Hmm, vielleicht sollte ich auch mal einen Diavortrag veranstalten. 2 h kriege ich locker voll. :D

Ich finde jeder Ort hat seine schönen Seiten. Man muss nur rausgehen und sie finden. :wink:
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Beitrag von Reenah » Montag 28. Juli 2008, 20:57

Fein und lebhaft ist Deine Schilderung, Axel :!: Danke dafür.
Sicher, jeder Ort hat seine schönen Seiten. Mir sind nur Wenige bekannt, die sich gewissermaßen auf die Socken machen. Ich gehöre zu den Vielen und finde es wunderschön, wenn mir sowas begegnet, wie Dein fabelhafter, bebildeter Beitrag.
Bis bald!

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Beitrag von Axel » Dienstag 29. Juli 2008, 11:41

Eine sehr informative und die neue offizielle Webseite der Burg Querfurt.

Link: https://www.museum-burg-querfurt.de

Es gibt so manche Bilder, auch vom Innenleben der Gebäude zu bestaunen. Gucken lohnt sich! :wink:
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Silvesterspaziergang Ziegelrodaer Forst

Beitrag von Axel » Freitag 2. Januar 2009, 00:07

Bevor gefeiert wurde, ging zuerst der obligatorische Silvesterspaziergang vorweg.

Sieht man leider auf den Bildern nicht so gut. Das Farbenspiel von Sonne, Eis und "Grün" war sehr schön. Enige Bäume leuchteten so in 3 Farben gleichzeitig. :)

Hier 2 Bildchen ...

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Zu diesen Bildchen fällt mir auch noch eine kleine Episode ein. :D
Auto am Gewerbegebiet Ziegelroda abgestellt und geradeaus in den Wald rein. An der Waldkreuzung, siehe Bilder im ersten Post, bin ich mal nach rechts gelaufen. Ansonsten entweder geradeaus Richtung Birkenschäferei, oder eben links Richtung Naherholungszentrum Hermannseck.

Man fand noch Spuren vom Weihnachtsbaumverkauf. War bestimmt ne Plaggerei, den Baum dann von dort aus zum Auto zu buckeln. *g*

Als ich dann diesen besagten Weg nach rechts gelaufen bin, fiel mir ein, ich bin den seit Silvester 2003 nicht mehr gelaufen.
Siehe Bild 1 ... ungefähr an der Stelle erzählte ich damals einem Verwandten vom brandneuen Uru Live, dass ich sowas von begeistert davon bin und mich für den Prolog angemeldet hatte. Regte mich dann leicht auf, weil es solange dauerte und 1 Tag später hatte ich den Zugang. :D
Wer Uru nie spielte wird das wohl gerade nicht nachvollziehen können. Aber das war eben diese Euphorie, dass was völlig Neues erschienen ist. Scheinbar sowas wie die Neuerfindung des Zeppelins oder so.
Und ohne diese ganze Materie, wäre es hier heite wohl nicht so, wie es ist, auch wenn es am Ende was ganz anderes ist. 8)
Den Helm fand ich an der Stelle, wo ich das Auto immer parke, wenn ich von Ziegelroda aus den Wald erkunde. Was man nicht alles an Fanartikeln finden kann, wenn man forscht. Natürlich wurde der gründlich gereinigt und desinfiziert. Bei manchen Dingen macht sich keinen Kopf, sondern brennt für eine Sache und nimmt sowas mit.

btw. ich war froh wieder im Auto zu sein. War selbst für mich zu kalt und das bedeutet schon was.
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Wiesenhaus, Brunskapelle, Teufelsmühle Querfurt

Beitrag von Axel » Donnerstag 22. Januar 2009, 16:41

Im Bezug auf diesen Beitrag die realen Orte dazu.

Meine Geschichte war natürlich etwas satirisch verfasst. Der heilige Brun zu Querfurt soll mit seinem Esel zu den Pruzzen (Preußen) geritten sein. Kurz hinter dem damaligen Querfurt blieb sein Esel stehen. Dies wurde als böses Omen gedeutet, er kehrte zur Burg zurück und reiset erst einen tag später weiter.
Im heutigen Polen, im Ort Lötzen wurde er von den heidnischen Pruzzen erschlagen, als er sie zum Christentum bekehren wollte. Dort und vor allem in Querfurt wo der Esel stehen geblieben ist bzw. er erschlagen wurde, wurde an der Stelle eine Kapelle errichtet. Aus Lötzen habe ich keine Bilder, aber aus Querfurt natürlich.

Die sogenannte Brunskappelle war später mehr als das und wurde als kleines Lustschloss erweitert. Dort belustigte sich der Adel wenn auf der benachbarten Eselswiese Markttag abgehalten wurde. Ich habe leider keine genauen Quellen zur Hand und kann nur aud "Hören und Sagen" zurückgreifen. Es war ein Viehmarkt, welcher wohl bis zur Jahrhundertwende (19. Jahrhundert) dort abgehalten wurde. Später war auf der Eselswiese, welche eine Rasenfläche neben dem Wiesenhaus ist, der alte Sportplatz und aus meiner Kindheit kennen ich es noch, war dort jedes Jahr im Frühjahr Rummel (Kirmes). Desweiteren gastierte dort immer ein Zirkus jedes Jahr. Sehr oft der vor allem in den neuen Budnesländern sehr bekannte Zirkus Probst. Das war immer DAS Ereignis für uns wenn der da war. Die Kinder der Artisten waren immer bei uns dann solange in der Schule und DIE Helden und wurden dauernd belagert, da sie ja auch ab und zu im Fernsehen zu bestaunen waren und heute wieder dort ab und zu zu finden sind. :D 8) :wink:

Wir versuchten dann oft auch, die Seiltänzerin etc. auf dem Spielplatz nachzuahmen und klatschten kläglich auf die Gusche und hatten Hörner und blaue Flecken! :( :)
Das Wiesenhaus wurde später als Wohnhaus benutzt und ist heute eher in einem desolatem Zustand. Die Brunskapelle diente viele Jahre als Turnhalle der Schule für Lernbehinderte und uns als Mitglieder des Fanfarenzuges als Trainingsstätte. Die Subtsnaz war schon zu meiner Zeit etwas heruntergekommen. Vor allem die düsteren Gänge, in denen Toiletten eingebut waren, schaudern mir heute noch. Vom muffigen Geruch mal zu schweigen ... :roll:

Weiterhin ist anzumerken, dass der Esel an sich damals eine große Rolle spielte, da Querfurt sehr viele Mühlen besaß. Der Esel war damals wohl als Nutztier sehr beliebt, um die Mehlsäcke zu transportieren und findet sich wohl aus diesem, aber auch wegend em heiligen Brun , an vielen Stellen unserer Stadt wieder.

So gibt es seit vielen Jahren unseren schönen Wiesenesel aus Porzellan. Dieser ist in grün gehalten und hat hinten 2 Pfeifen. Sitte ist es, dass man Mehl oder Ruß reinfüllt und einen Besucher in eine der Pfeifen blasen lässt. Wenn man die falsche Pfeife erwischt, hat man entweder ein weißes oder schwarzes Gesicht. Da muss hier jeder Besucher durch! :)

Eine der bekanntesten Mühlengebäude, welche heute noch existieren ist die Teufelsmühle unweit der Eselswiese. Man sagt der Müller soll im Pakt mit dem Teufel gestanden haben und es soll auch heute noch dort spuken!
Man gelangt dorthin, wenn man an der alten Minol Tankstelle abbiegt und den Straßenverlauf bis zum Ende folgt. Links befindet sich das Klärwerk!

Im Nachhinein ist mir folgendes aufgefallen zur Teufelsmühle: Ich fand ein Warnschild "Vorsicht bissiger Hund" und im Hof der Mühle stand ein pechschwarzes Auto mit unbekanntem (ausländischem) Kennzeichen und getönten Scheiben. Es erweckte aber nicht wirklich den Eindruck, als wohne dort jemand. Die Teufelsmühle wurde früher als Lagerhaus für das Krankenhaus genutzt und ist heute funktionslos. (medizinisches Zubehör) Sehr komisch alles! :shock: :shock: :shock:

Soo, viel geschrieben und nun gibt es was für die Äugleins zum Guggen! :)

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Dieses Areal ist abgesperrt und wird teilweise als Pferdestall und Koppel genutzt! :lol:

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Um sich einen Überblick über die Ort zu verschaffen, eine Karte von Google Maps. Dies ist nur das eigentliche Stadtgebiet von Querfurt, ohne Ortsteile!

1 = Burg Querfurt

2 = Eselsstieg

3 = Wiesenhaus, Eselswiese und Brunskapelle

4 = Teufelsmühle

Bild
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Beitrag von Axel » Mittwoch 11. Februar 2009, 14:51

Währne es die Natur derzeit nicht so gut mit uns meint, war ich gestern bei Schneeregen und Sturm kurz auf der Burg. Als ehemaliger Bewohner der Burg, habe ich immer was dazu zu erzählen ...

Wir beginnen am Schlossberg.

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Dies war, neben der Westtoranlage, der einzige Weg, früher die Burg zu erreichen. Geht man den Schlossberg nach unten, so trifft man wiederum auch starke Befestigungsmauern, die Nordostbastion, den Burggraben und eine ehemalige Zugbrücke, welche heute steinern gebaut ist.
Als wir noch Kinder waren, wurde der Schlossberg immer gern als Rodelberg und im Sommer als Teststrecke für Fahrradtachometer genutzt. So ganz ungefährlich war es aus heutiger Sicht nie. Fahrradhelme gab es nicht und man machte sich darüber auch nie Gedanken. Ich kann mich noch daran erinnern, dass die das Pflaster nachbesserten und Sand streuten. Axel mit ca. 30 km/h mit dem Rad runtergefahren und unten standen ein paar ältere Touristen. "Bahnefrei!" gerufen, aber keiner hörte es. Vollbremsung mit dem Rad und volles Kanonenrohr auf dem Sand ausgerutscht. Kniee und Ellenbogen aufgeschlagen und dann kümmerten sich die Omas sorgsam um einen. Aber wie es dann immer so ist. Passt schon, nach Hause gehen, umziehen und Wundern kurz versorgen und dann ging es weiter. :D

Im Bild sieht man links ein Stück der Streichwehr Merseburg. Dies waren vor grauer Vorzeit Soldatenunterkünfte bzw. sicherte man damit auch die oberen Zugänge (Torhaus, Innenhof der Westtoranlage) zur Burg ab.

Bis Ende der 80 Jahre wurde die Burg u.a. auch als Wohnraum genutzt und einige Gebäude als stinknormale Mietswohnungen. In der Streichwehr Merseburg wohnte eine alte Dame, von jener ich auch heute noch das "Pfannkuchenrezept" habe. Wie es früher so üblich war, pflegte man immer enge nachbarschaftliche Kontakte. Joar und diese alte Frau war sozusagen meine 5. Oma. *gg* Silvester gab es dort um Mitternacht immer Pfannkuchen und auch sonst saß man immer mal gemütlich zusammen, trank Kaffee oder feierte Geburtstage zusammen. Mitunter auf engstem Wohnraum gehockt, war das Haus immer voll. Da wurde noch jeder Kuchen, jede Torte, jedes essbare beiwerk selbstgemacht. Die Auswahl war immer groß und sehr lecker.
Ich weiß noch, wie mein Vater der alten Dame ganz hochwissenschaftlich den neumodischen Sahnesiphon erklären wollte und die Sahne anschließend quer durch das halbe Wohnzimmer, samt Gäste, versprüht wurde. Aber das machte nichts, denn alle lachten darüber und halfen mit, die Sahne wieder zu entfernen.
Für Kinder war es nie langweilig, da halt auch wirklich jeder seine Kinder, Enkelkinder mitbrachte. Dann spielte man eben solange im Burggraben Verstecke, baute aus Luftballons Wasserbomben ... langweilig wurde es nie und das ganz ohne Spielkonsolen oder PCs.

Die Streichwehr Merseburg wurde in 2 Bauabschnitten gebaut, sodaß nur ein Teil unterkellert ist. Auch heute noch sieht man es auf der Rückseite des Hauses.
Achso ja. Da die alte Dame nicht mehr so laufen konnte, man damals noch mit Kohlen heizte, war es selbstverständlich, dass man beim Vorbeigehen einen Eimer Kohlen aus dem gegenüberliegendem Stall holte. Es gab dann immer was dafür. Entweder eine Hand voll Schogetten, oder eben einfach nur mal ein Bonbon aus der Schürzentasche. :lol:

Weiter geht es zum Torhaus ...

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Links im Bild sieht man den heute noch zugänglich und bis Anfang der 80 Jahre bewohnbaren Teil des Torhauses. Das heutige Tor, war früher ebenfalls mit einem Haus gesichert und bildete den einzigen wehrhaften Eingang der Burg.

Die Burg Querfurt war ihrer Zeit weit voraus und galt als uneinnehmbar. Sie wurde aus dem grund von den Schweden im 30-jährigen Krieg erobert, da man das Brunnenhaus mit Kanonen getroffen hatte und damit die Burg von der lebenswichtigen Wasserversorgung abschnitt.
Auf dem Zinnenkranz des heutigen Tores übten wir mal Zirkus. Aber nur für 2 min, da wir erwischt wurden und es einen tüchtigen Satz hinter die Ohren gab. Ist ja auch klar, da es ja auch ganz schön hoch ist, wenn man anschließend runterfallen würde!
Wie man im Bild sieht, befinden sich in der Wand Schießscharten. Diese sind Teil eines "Schuppens", welcher vom Burghof her zugänglich ist. Das war der Mopedschuppen, die Werkstatt vom Nachbarn. Mit Nachbarstochter hab ich da immer durchgeguckt und man erschreckte dann immer gern vorbeiaufende Passanten, welche uns nicht wenig einen Vogel zeigten, aber auch lachten.

Gehen wir nun auf die Burg und schauen uns den oft genannten Dicken Heinrich an.

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Für mich persönlich ist er in Geschichten, oder eben später in Form von Likör, viel größer und mächtiger, als er in Wahrheit ist. Das liegt wohl an den vielen schönen Erinnerungen, die damit verbunden sind. Er stand eben direkt vor unserer Haustür und selbst jetzt, wenn ich diesen Beitrag schreibe, nachdenke, nach links schaue und aus dem Fenster sehe, schaut er mich an.
Das Betreten des Geländes geschieht auf eigene Gefahr, da der Turm mit seinen über 1000 Jahren, ja nun wirklich nicht mehr der Jüngste ist. Gerade bei Stürmen war es früher immer etwas gefährlich, sich in seiner Nähe aufzuhalten, da dann mitunter einzelne Steine herunterfallen konnten. Anfang der 90 Jahre wurde er dann aber zum Glück gesichert und das Risiko eines Steinschlages vermindert.
Unheimlich sah es wohl aus, wenn man auf der Couch im Wohnzimmer lag und ihn direkt ins Gesicht schauen konnte. Besonders an nebligen Tagen, wenn man nur noch schwach die Umrisse erkennen konnte, dachte man der Turm sei unendlich groß. *muhahahaha*

Kurzer Blick nach links zum Lindenbaum ...

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Heute nicht mehr sichtbar, befanden sich direkt vor dem Haus Blumenbette und vor allem dekorierte alte Tratktorreifen. Die Reifen mussten schon vor über 20 Jahren weichen, da dies nicht in das Bild einer mittelalterlichen Burg passte. Wobeich vor gar nicht allzulanger Zeit mal in einer TV Ratgebersendung, einen Tipp mit dekorierten Tratkorreifen sah. Scheint wohl wieder Mode zu sein. :D
Direkt vor dem Baum war mein Sandkasten und wohl der Hauptaufenthaltsplatz im Sommer. Es kam eigentlich immer jemand vorbei. Manche kannte man und manche waren einfach nur Touristen. Manchmal wurde man von Touristen auch selbst als Fotomodell genutzt. 8) Ich kann mich noch an eine Touristengruppe aus den USA ganz schwach erinnern. Nix verstanden, aber knipsen konnten die. Wer weiß, in welchen Fotoarchiven der kleine Lockenkopp mit Kipper heute noch schlummert? :D
Uaf der Linde wurden Buden und Beobachtungsstände gebaut, oder man fasste einfach mal nur in ein Wespennest. Im Hof nebenban wurde eine Grillecke gebaut, oder man fütterte einfach nur mal den Schäferhund vom Nachbarn im Hundezwinger. So war das eben mal alles ...

Es ist kalt, windig und naß und so noch ein paar abschließende Worte für heute, zur Burgkirche ...

Bild
Betrachtet man die Symbole vom Portal, so sehen ahnt man nicht, wo die eigentlich herstammen. Dieses Portal stammt aus dem alten, heute nicht mehr existenten Kloster "Marienzell", heute noch als Klostermühle, unterhalb der Fichten, bekannt. Das Kloster wurde im 30-jährigen Krieg dem Erdboden gleichgemacht und die wenigen Reste dann baulich wiederverwendet. Neben der Burkirche, wurden auch Teile des Klosters für den Wiederaufbau der Stadtkirche St. Lamperti, nach dem letzten großen Stadtbrand 1678 wiederverwendet. Auch heute noch kann man dort einige verwendete Baureste, wie 2 Säulen, bewundern.

Querfurt wäre aber nicht Querfurt, wenn es nicht für kleine Verhältnisse mehr im Vergrleich zu größeren Städten gibt. Und so hatten wir einstmals 2 Klöster im Ort. Das Klsoter St. Benedikt befand sich auf dem Gelände der heutigen Stadtschule.
Dort wo heute die Schule steht, befand sich der ehemalige Klostergarten inkl. eigenen Friedhofes. Als die Schule 1989/1990 grundlegend saniert wurde, 1989 schon mit Bauarbeiten am Schulhof begonnen wurde passierte folgendes:

Der Schulhof wurde Stück für Stück aufgebaggert und die Erde temporär vor dem Schulgebäude gelagert. Wir damals in der 5. Klasse und spielten, fanden das spannend und tummelten uns an den Erdhaufen. Ein Schulkollege buddelete aus Spaß in einem Erdhaufen und hatte urplötzlich einen knöchernen Arm und einen Todenschädel in der Hand. :lol: "Ihhh" "Cool" ... waren wohl die ersten Reaktionen. Jemand gab dem Schädel eine Stimme und erschreckte andere damit. Das blieb natürlich nicht lange unbeobachtet von der Pausenaufsicht. Die zuständigen behörden wurden informiert und weitere Aktivitäten untersagt. Es handelte sich hierbei um Überreste von alten vergessenen Gräbern aus grauer Vorzeit, der Zeit, als das Kloster noch intakt war.

Heute?

Hier ist so gut wie nie was los. Querfurt liegt jenseits vom Highlife von Großstädten. Die Abwanderungswelle macht der Stadt auch zu schaffen. Wenn mal was los ist, dann auch nur Besäufnisse, teils unter der Gürtellinie. Aber ... jeder noch soweit ausgewanderte Einwohner, kommt immer mal wieder hier her zurück und erinnert sich an seine alten Zeiten. Einen Wiesenesel oder ein Burgbild hat doch nehazu jeder ehemalige Bürger unserer Stadt zu Hause. Egal wo man wohnt und wo man hingeht, seine Wurzeln vergisst man halt nie. Traurig? Nöö, da jede Epoche ihre Reize hat und ihre eigenen Geschichten erzählt! :wink:

Und sei es nur der Til Schweiger Film, Hollywood ... irgendwie ist trotzdem was los, wenn man nur tiefgründiger hinschaut!

Wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute ...

:downtown:
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Beitrag von Axel » Dienstag 24. Februar 2009, 22:50

Per Zufall gefunden: https://denkgelage.blog.de/tags/burg-querfurt

Bilder, Berichte mal aus der Sicht eines Nicht-Querfurters. Echt guter Blog!
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Erlenborn Lodersleben

Beitrag von Axel » Samstag 14. März 2009, 14:41

An Quellen mangelt es ja in unserer Umgebung ja nun nicht. Entweder findet man die seltenen Karstquellen, oder eben in der anderen Richtungen die "Sandsteinquellen".

Zwischen Querfurt und Lodersleben verläuft die Grenze zwischen Kalkstein (Querfurt) und Buntsandstein.

In und Richtung Lodersleben bzw. im Ziegelrodaer Forst finet man einige Quellen. Bekannt sind der Klapperborn in der Hermannsecke, der rote Born bei Lodersleben (Martin Luther) und weiter tiefer im Wald, der Sandborn. Hab gehört es gibt noch einen "kühlen Born" und nun ...

zig mal den gleichen Weg zum roten Born gelaufen und gar nicht gewusst, dass es auf halbem Wege noch den "Erlenborn" gibt. :oops:

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Hatte es heute richtig gemacht und bin mit dem Auto bis zum Landhotel Quernetal gefahren und hab mich durch matschige Wege gekämpft.
Man sieht den Born eigentlich gar nicht vom Hauptweg aus. Nun steht aber auch ein Wegweiser.

In der Schule haben wir immer gelernt, dass die Quelle unserer Querne in der Nähe des Fortshauses "Hohe Lind" bei Landgrafroda wäre.
Hab mir aber gestern von jemanden sagen lassen, dass es keine richtige Quelle gibt und es am Ende dort nur Sumpf ist, der immer mal 3 Tröpfchen Wasser abgibt. Die Hauptquellen sind wohl der Sandborn, roter Born und als ergiebigste Quelle der Erlenborn. :idea:

Denkt man gar nicht bei dem Erlenborn, da der nicht groß oder tief ist. Schaut aber nett aus, wie das Wasser dort mit Hochdruck aus dem sandigem Untergrund sprudelt und kleine Strudel erzeugt.

Kleinere Quellen der Querne gibt es noch an der Klostermühle, am Teich gleich am Bahndamm. Dort sollte man allerdings nicht reinspringen, da es dort tief ist! Mal vor langer Zeit mit einem langen Ast probiert und nicht den Grund erreicht. :!:

Und ja, auch wenn die Querne nur ein Bach ist, so kann sie schon auch manchmal zum Fluß werden im Frühjahr. Besonders in der Innenstadt freuen sich jedes Jahr die Anwohner über vollgelaufene Grundstücke bei Hochwasser. Entscheidend ist nicht nur die Höhe des Wasserspiegels, sondern der Unetrgrund bzw. die bauliche Substanz im Umfeld, wenn es durchdrückt.

Wer die Querfurter Chronik von Herrn Hartmann sein Eigentum nennt, findet dort ein paar skurille Bildchen vom Hochwasser 1947, als man Boote einsetzen musste in der Innenstadt. :shock:

Aaaaber ... solche Probleme sind auch oft das handgemachet Problem von Menschen => Begradigungen von Bächen und Flüssen, was auch hier vorgenommen wurde

In diesem Sinne einen schönen Samstag. Vielleicht trifft man sich ja mal durch Zufall am Erlenborn oder so? 8)

Kaffee Flatrate im Querntal? Klingt gut. Hab da eh schon ne hübsche junge Bedienung erspäht. Müsste mal öfter dort hingucken! :lol:
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Beitrag von Axel » Dienstag 17. März 2009, 15:06

War dieses Jahr schon jemand im Märzenbechertal?

Lieber vorher nachfrag, da es überall derzeit schlammig ist und ich nicht umsont hin will. :D
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Beitrag von louis_cyphre » Sonntag 22. März 2009, 15:34

ich war dieses jahr noch nicht.

wenn alles klappt bin ich aber jetzt am mittwoch dort.

Wetter passt hoffentlich. :wink:
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Beitrag von Axel » Freitag 3. April 2009, 21:10

Morgen gehts aber hin. Man(n) lässt sich auch mal fahren. :lol:
Ich denke wir nehmen die Cam mit. /me noch Akkus aufladen muss :idea:
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Beitrag von Axel » Samstag 4. April 2009, 18:02

Soo, hier ein paar wenige Bildchen von eben. :wink:

Die Märzenbecher waren teils schon am Verblühen, aber noch zu sehen. Dafür war es nicht so überlaufen, wie zur Hauptsaisson.

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Das Wetter war perfekt, die Sonne lachte und an einige Bäumen fielen einem Symbole auf. Augen und einiges mehr. :)
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