Das zweite Ich

Der philosophische Zirkel, bei dem über Sinn und Unsinn geredet wird.
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Axel
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Das zweite Ich

Beitrag von Axel » Sonntag 21. Oktober 2007, 22:41

Ich behaupte mal einfach, jeder Mensch hat es.

Ich #1: Das bin ich wie ich denke, wie ich fühle und was ich für Meinungen habe.

Ich #2: Ist das wie ich mich anderen gegenüber gebe.

Jeder noch so ehrliche und offene Mensch, gibt jemals alles preis. Warum gibt es z.B. Familienkonflikte und anderen gegenüber gibt man sich anders? Klar, man kann nie alles verbergen und merkt immer was. Aber oft verschwimmt so ein Bild. Es entstehen innere Zwiespalte. Das Bild was man anderen gegenüber vertritt, ist oft nicht das, was intern abläuft. Man muss sich schon auf einer gewissen Ebene unterordnen, um Kompromisse zu finden. Sonst funktioniert ein Mehrheitsprinzip nicht. Aber trotzdem bleibt das Unbehagen, hat man doch eigentlich ganz andere Ansichten.

Oft verklärt dies ein Bild von einem selbst. Oft unterschätzt man so Menschen und auch Sachverhalte.

Manche sind äußerlich im allgemeinen nicht attraktiv, innerlich aber von großer Intelligenz. Andere im AUftreten ruhig, innerlich aber ebenfalls von hoher Intelligenz. Manche können gut mit Worten umgehen, sind aber innerlich nicht so helle. Andere können am besten ihre Gedanken schreiben, sich aber nicht gut mündlich artikulieren.

Man macht so oft fatale Fehler bei der Einschätzung von Menschen. Man urteilt zu leichtfertig und ist dann selbst oft erbost, über gewisse Überlegenheiten. Wobei das wiederum was mit Einsicht zu tun hat.

Beispiel: Ich war mal ganz schön überrascht, wie gut jemand Gutarre spielen kann. Vom Äußerlichen und von der Art her ein völlig unscheinbarer Mensch, den viele auf der Straße gar nicht wahrgenommen hätten. Und dann blind spielen und vor allem ein unheimliches Repertoire.

Meine persönlichen Erfahrungen sagen mir jedenfalls. Wer was auf den Kasten hat, nutzt einfach nur seine Fähigkeiten und braucht sie nicht dauernd anzupreisen. Wer nichts "kann", wird es dadruch kompensieren, jede Errungenschaft an den Mann zu bringen.
Warum soll ein Schriftsteller jedesmal sagen dass er gut ist, wenn seine Bücher gut sind und sich gut verkaufen? Er schreibt einfach nur gute Bücher ...

Gruß
Axel
... "I don't need GOOGLE my wife knows everything" ...

Susee1982

Beitrag von Susee1982 » Dienstag 29. Januar 2008, 22:26

Oh
Zuletzt geändert von Susee1982 am Freitag 18. April 2008, 14:41, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Axel » Dienstag 29. Januar 2008, 23:19

Mittlerweile wird aber noch der Begriff "I Love Myself" immer häufiger definiert. Es gibt Menschen, die haben eine gewisse Mauer um ihr Ego. Und nur dieses eine Ego, egal wer es ist. Das macht es für manche schwer, einen einzuordenen. Dazu zähle ich mich übrigens auch. Klar, man fügt sich anders in bestimmte soziale Strukturen ein, aber es gibt auch einen 3. Weg.
Kann nur von meiner Gattung, welche oft auch abwertend als "selbstverliebt" bezeichnet wird, sprechen. Was ich aber als Unfug empfinde. Bei mir gibt es kaum Unterschiede, wenn ich mit der Famile rede, oder mit Freunden. Oft verfängt man sich unnütz in verschiedenen Welten, was einen manchmal bedrängen kann. Klar, ist scheinbar Veranlagung, aber mich macht das persönlich freier, zu wissen, überall genauso zu denken und zu handeln. Es kann schonmal verdammt hart sein, jemanden zu sagen, wie etwas aussieht und wie man denkt, aber es ist der ehrlichste Weg und damit fährt man schwer, aber einfacher. Man gewinnt keine Stärke, wenn man die Schwächen verschweigt. Man verliert keine Stärke, wenn man die Schwächen ausspricht.
Ich habe in meinen Leben mehr als genug Fehler gemacht. Mal leichte, mal bösartige. Aber die kann ich nicht wegkehren, sondern nur daraus lernen und man lebt einfach heute und morgen. Der Rest ist einfach unwichtig, so sehr man es auch biegen will.
... "I don't need GOOGLE my wife knows everything" ...

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